Der Krieg ist der Vater aller Dinge

Hast du das Kleingedruckte deines Inkarnationsvertrages eigentlich gelesen?
Ich frage nur, weil ich mir inzwischen ziemlich sicher bin, dass ich es nicht besonders gründlich geprüft habe. Sonst hätte ich vermutlich versucht, nachzuverhandeln.
Denn dort stand offenbar so etwas wie:
Diese Inkarnation enthält Herausforderungen, Krisen, Konflikte, Missverständnisse, Verluste, Enttäuschungen und gelegentliche Phasen, in denen Sie nicht wissen werden, ob Sie heil aus der ganzen Sache wieder herauskommen.
Wenn wir ehrlich sind, fühlt sich das Leben manchmal genau so an.
Wie ein Kampf.
Wie ein Krieg.
Ein Kampf mit dem Körper.
Ein Kampf mit anderen Menschen.
Ein Kampf mit den eigenen Ängsten.
Ein Kampf mit Situationen, die wir uns niemals ausgesucht hätten.
Und trotzdem haben wir uns für dieses Leben entschieden.
Warum eigentlich?
Vor ein paar Tagen fiel mir ein Satz des griechischen Philosophen Heraklit in die Hände:
„Der Krieg ist der Vater aller Dinge.“
Ein unbequemer Satz.
Und gleichzeitig vielleicht einer der wahrsten.
Denn was wäre, wenn genau diese Herausforderungen kein Fehler im System sind?
Was wäre, wenn sie sogar der eigentliche Grund sind, warum wir hier sind?
Woran wächst Bewusstsein?
Sicher nicht an den Tagen, an denen alles läuft.
Sicher nicht dort, wo alles bequem bleibt.
Bewusstsein wächst immer dort, wo es an seine bisherigen Grenzen stößt.
Genau dort beginnt Entwicklung.
Vielleicht ist das der Grund, warum Konflikte uns unser ganzes Leben begleiten.
Vielleicht geht es gar nicht darum, sie zu vermeiden.
Vielleicht geht es darum zu erkennen, was sie sichtbar machen wollen.
Thorwald Dethlefsen beschreibt in seinem Buch Krankheit als Weg einen faszinierenden Gedanken. Er betrachtet viele körperliche Symptome als sichtbar gewordene Konflikte. Was wir auf der Bewusstseinsebene nicht sehen, nicht verstehen oder nicht lösen wollen, sucht sich irgendwann einen anderen Ausdruck.
Eine provokante Idee.
Aber eine spannende Frage.
Wie viele Kriege führen wir täglich in unserem Inneren?
Und wie viele davon tragen wir so lange mit uns herum, bis sie uns zwingen hinzuschauen?
Vielleicht meinte Heraklit genau das.
Nicht Krieg als Zerstörung.
Sondern die Reibung, ohne die nichts Neues entstehen kann.
Ohne Herausforderung kein Wachstum.
Ohne Konflikt keine Bewusstseinserweiterung.
Und vielleicht steht genau deshalb all das im Kleingedruckten unseres Inkarnationsvertrages.
Nicht weil Gott uns bestrafen wollte.
Sondern weil die Seele nicht hier ist, um es bequem zu haben.
Vielleicht ist sie hier, um zu erfahren, zu wachsen und ihr Bewusstsein zu erweitern.
Die eigentliche Frage lautet deshalb vielleicht nicht:
Warum passiert mir das?
Sondern:
Was versucht das Leben mir gerade bewusst zu machen?




Vielleicht geht es ja auch nur darum die Dualität als Illusion zu entlarven 😉🙏