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Alles ist eine Frage des Bewusstseins

7. Aug.
3 Min. Lesezeit
Bewusstsein, Frequenz, Christian Vorsmann, Coaching, Hypnose, Aufstellungen, Marsberg

Jeden Morgen wachen wir auf – und schalten, bildlich gesprochen, unser Radio wieder ein. Unser Bewusstsein.

Und täglich grüßt das Murmeltier:


Wir empfangen wieder genau den Sender, auf dessen Frequenz wir eingestellt sind. Wir denken dieselben Gedanken, haben ähnliche Gefühle, sehen dieselben Probleme und wundern uns irgendwann, warum sich in unserem Leben so wenig verändert.


Dabei ist es eigentlich wie bei einem Radio: Solange ich die Frequenz nicht verändere, kann ich nicht erwarten, plötzlich einen anderen Sender zu hören. Auf derselben Frequenz läuft dieselbe Musik.


Und genauso ist es mit uns. Wir halten das, was wir jeden Tag wahrnehmen und erleben, irgendwann für die Realität. Dabei ist es vielleicht nur die Realität, für die wir gerade auf Empfang sind.


Stell dir ein Radio mit Tausenden von Sendern vor – und du hast dein ganzes Leben lang nur einen einzigen davon gehört. Irgendwann glaubst du: Das ist das Radio. Dabei ist es nur ein Sender. All die anderen sind ebenfalls da. Du empfängst sie nur nicht. Vielleicht ist es in unserem Leben ganz ähnlich. Möglichkeiten, Begegnungen, Ideen und Wege können längst vorhanden sein – und trotzdem kommen sie in unserer Realität überhaupt nicht vor.


Wer beispielsweise auf Mangel eingestellt ist, sieht überall Mangel: was ihm fehlt, was nicht funktioniert, was andere haben, welche Türen verschlossen sind. Und solange er auf dieser Frequenz bleibt, wird er immer wieder genau diesen Sender empfangen.


Doch wenn es Tausende andere Sender gibt, stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wie wechsle ich die Frequenz? Beim Radio drehe ich einfach am Knopf – und plötzlich höre ich andere Stimmen, andere Musik, einen völlig anderen Sender. Aber wo ist dieser Knopf bei uns Menschen? Wo kann ich drehen und sagen: So, jetzt möchte ich etwas anderes empfangen? Vielleicht ist dieser Drehknopf viel näher, als wir glauben:


Es ist unser Gefühl. Unsere Gedanken erzeugen Gefühle. Gedanken des Mangels erzeugen ein anderes Gefühl als Gedanken der Fülle. Angst fühlt sich anders an als Vertrauen. Neid anders als Freude. Und Dankbarkeit kann unseren inneren Zustand innerhalb weniger Augenblicke verändern. Vielleicht beginnt der Wechsel der Frequenz deshalb mit einer erstaunlich einfachen Frage:

Nicht: Was fehlt mir? Sondern: Was habe ich?


Das bedeutet nicht, dass wir uns etwas schönreden oder so tun sollen, als gäbe es keine Probleme. Es bedeutet, bewusst zu entscheiden, worauf wir unseren inneren Empfänger einstellen. Denn wenn sich unser Gefühl verändert, verändert sich unsere Frequenz. Und mit einer anderen Frequenz verändert sich auch das, was wir wahrnehmen. Plötzlich sehen wir eine Möglichkeit, die wir vorher übersehen haben.


Wir begegnen einem Menschen anders. Wir treffen eine Entscheidung, die wir uns vorher nicht zugetraut hätten. Wir erkennen einen Zusammenhang, den wir vorher nicht erkennen konnten. Vielleicht erschaffen wir also gar nicht ständig etwas vollkommen Neues. Vielleicht gibt es ein riesiges Meer an Möglichkeiten – und unser Bewusstsein entscheidet mit darüber, zu welchem Teil davon wir gerade Zugang haben.


Natürlich kann man das alles verstehen und trotzdem am nächsten Morgen wieder denselben Sender einschalten. Denn unsere alten Frequenzen sind vertraut. Gedanken, Überzeugungen und Muster begleiten uns teilweise seit Jahrzehnten. Wir können längst wissen, dass sie uns begrenzen, und trotzdem immer wieder in ihnen landen. Genau deshalb reicht es manchmal nicht, nur darüber zu lesen oder darüber nachzudenken.


Wir müssen einmal erfahren, wie es sich anfühlt, auf einer anderen Frequenz zu sein.


Für mich sind beispielsweise Hypnose und Familienaufstellungen wunderbare Möglichkeiten, genau diese Erfahrung zu machen. Für einen Moment verlassen wir unsere gewohnte Sicht auf uns und unser Leben. Wir nehmen etwas wahr, das uns vorher verborgen geblieben ist.


Wir erkennen Zusammenhänge, sehen plötzlich eine andere Möglichkeit oder bekommen Zugang zu einem Gefühl, das vorher vielleicht gar keinen Platz in unserer Wirklichkeit hatte. Und manchmal reicht schon diese eine Erfahrung, um zu erkennen: Da gibt es noch mehr. Mein bisheriger Sender ist nicht das ganze Radio.


Die Theorie ist das eine. Die Erfahrung verändert etwas. Wer einmal von diesem Wein probiert hat, wird neugierig. Man beginnt, genauer hinzuhören, bewusster wahrzunehmen und vielleicht auch öfter einmal am eigenen Drehknopf zu drehen. Und plötzlich entdeckt man neue Sender, andere Musik, andere Möglichkeiten. Nicht einmal, sondern immer wieder.


Vielleicht ist genau das Bewusstseinsarbeit: nicht eine neue Welt zu erfinden, sondern immer mehr von dem wahrnehmen zu können, was uns bisher verborgen geblieben ist.

Denn vielleicht ist viel mehr möglich, als wir glauben. Wir waren bisher nur nicht auf Empfang.

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