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Zu den eigenen Werten stehen – trotz Angst, Zweifel und Schmerz

Mann . Boot . Engel . christian vorsmann . Marsberg

Es gibt Momente im Leben, da ist alles eigentlich klar.

Und trotzdem wackelt das Boot.

Nicht, weil der Weg falsch ist.

Sondern weil Angst da ist.

Weil Zweifel auftauchen.

Und weil Schmerz sich meldet.


Angst ist fast immer die Erste.

Sie kommt leise oder laut, rational oder diffus.

Sie fragt nicht, ob sie eingeladen ist. Sie ist einfach da.


Dann kommt der Zweifel.

Bin ich richtig?

Übersehe ich etwas?

Mache ich es mir zu leicht?

Oder mache ich es mir zu schwer?


Und irgendwann meldet sich der Schmerz.

Der alte. Der bekannte.

Der, der sagt: Hier war schon einmal etwas, das wehgetan hat.


Viele Menschen glauben, der richtige Weg sei der,

auf dem Angst verschwindet,

Zweifel aufhören und Schmerz nicht mehr auftaucht.

Doch das ist eine Illusion.


Der eigentliche Weg zeigt sich nicht daran, dass diese Gefühle weg sind, sondern daran,

dass wir trotzdem stehen bleiben.

Dass wir nicht fliehen.

Dass wir uns nicht verbiegen.

Dass wir unsere Werte nicht verraten, nur um wieder Ruhe im Außen zu haben.


Zu den eigenen Werten zu stehen bedeutet:

  • Angst zu fühlen und trotzdem nicht umzukehren

  • Zweifel wahrzunehmen und trotzdem nicht alles infrage zu stellen

  • Schmerz zu spüren und trotzdem nicht in alte Rollen zurückzufallen


Es ist kein Heldentum. Es ist stille Treue.


Mich erinnert das an die biblische Szene mit Jesus im Boot. Der Sturm tobt. Die Jünger haben Angst. Und Jesus fragt sinngemäß: Warum habt ihr solche Angst?


Nicht, weil der Sturm eingebildet wäre. Sondern weil sie vergessen haben, wer mit ihnen im Boot sitzt.


Für mich ist diese Metapher heute noch tiefer geworden.

Denn irgendwann habe ich verstanden:

Ich bin nicht nur der, der im Boot sitzt.

Ich bin nicht einmal nur das Boot.

Ich bin auch der Ozean.


Der Sturm kommt und geht. Die Wellen schlagen hoch. Das Boot schwankt.

Aber der Ozean bleibt.


Zu den eigenen Werten zu stehen heißt, aufzuhören, sich nur mit dem schwankenden Boot zu identifizieren. Und sich zu erinnern:


Ich bin getragen.

Ich bin gehalten.

Ich bin größer als das, was mich gerade ängstigt.


Nicht, weil ich alles im Griff habe. Sondern weil Vertrauen tiefer reicht als Kontrolle.


Vielleicht ist das der eigentliche Glaube: Nicht dass es keinen Sturm gibt. Sondern dass wir wissen, dass wir nicht untergehen. Auch dann nicht, wenn Angst, Zweifel und Schmerz mitfahren.

Gerade dann.

Erinnere dich - du bist nicht die Glühbirne, du bist das Licht.

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