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Der kosmische Witz vom Wert

Neulich habe ich wieder gemerkt, wie sehr ich mir wünsche, dass mir im Außen bestätigt wird, dass ich wertvoll bin.


Nicht durch Titel oder Status. Sondern durch Resonanz. Durch Menschen, die kommen. Durch das Gefühl, gebraucht zu werden. Durch sichtbare Wirkung. Wenn Anmeldungen eingehen, wenn Sitzungen stattfinden, wenn Rückmeldungen kommen – dann fühlt sich das gut an. Dann scheint etwas in mir zu sagen: Siehst du, du bist auf dem richtigen Weg. Du bist wertvoll.


Und dann passiert etwas Unerwartetes. Ein Telefongespräch, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ein Mensch erzählt mir ausführlich, was er alles im Leben erreicht hat. Erfolge, Reisen, Anerkennung, ein bewegtes Leben. Und während ich zuhöre, merke ich einen Gedanken in mir: Wie bedürftig.


Dieser Gedanke war ehrlich. Und gleichzeitig unbequem.

Denn plötzlich wurde mir klar: Ich mache im Grunde dasselbe. Vielleicht feiner, vielleicht auf einer anderen Ebene – aber im Kern suche auch ich Bestätigung. Nicht für Immobilien oder Titel. Sondern für Bewusstsein, für Tiefe, für Wirkung. Ich möchte, dass jemand sagt: Ja, das, was du tust, hat Wert.


Und da begann etwas zu kippen.


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Mir fiel eine einfache Übung ein, die ich früher in Seminaren verwendet habe. Man nimmt einen 20-Euro-Schein, zerknüllt ihn, wirft ihn auf den Boden, tritt darauf herum. Und dann fragt man: Wer will ihn noch?


Alle wollen ihn.


Warum? Weil sein Wert sich nicht verändert hat.


Er kommt mit 20 Euro in die Welt. Und er bleibt 20 Euro wert. Egal, wie er aussieht. Egal, wie er behandelt wurde. Egal, ob er gerade glänzt oder schmutzig ist.


Sein Wert ist absolut.


Niemand diskutiert darüber. Niemand sagt: „Heute fühlt er sich aber nur wie 12 Euro an.“ Der Wert ist nicht relativ. Er ist fest.


Und hier beginnt das eigentlich Erstaunliche.

Beim Geld verstehen wir das sofort. Bei uns selbst nicht.


Wir glauben, unser Wert sinkt,

  • wenn jemand absagt.

  • Wenn ein Projekt nicht läuft.

  • Wenn wir scheitern.

  • Wenn niemand applaudiert.

  • Dann fühlt es sich an, als wäre weniger da.


Wir suchen im Außen eine objektive Bestätigung für etwas, das im Kern gar nicht relativ ist. Wir wollen jemanden, der sagt: „Ja, es stimmt. Dein Leben ist wertvoll.“ Wir wollen Zustimmung. Beweise. Zeugen.


Und übersehen dabei, dass das Subjektive - jeder Mensch - das Absolute längst in sich trägt.


Wir suchen etwas, das wir bereits sind.


Erst wenn etwas fehlt, spüren wir, wie sehr wir noch suchen. Erst wenn es weh tut, merken wir, wo wir unseren Wert an Bedingungen geknüpft haben. Und erst wenn wir bereit sind, diesen Schmerz ehrlich anzuschauen und durch ihn hindurchzugehen, kann sich etwas verschieben.


Ich habe gemerkt: Ich wollte nicht nur wirken. Ich wollte bestätigt werden.


Und vielleicht geht es gar nicht darum, wertvoll zu werden. Vielleicht geht es darum, zu erkennen, dass der Wert nie verhandelbar war.


Vielleicht suchen wir ein Leben lang nach etwas,das wir nie verloren haben und auch nie verlieren können.

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